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FAA EASA Umschreibung Conversion

FAA - EASA Umschreibung (License Conversion)

USA ist für viele Piloten immer noch das „Fliegerland – Nummer 1“:
Nach wie vor günstige Spritpreise (zumindest immer noch deutlich günstiger als in Europa), eine hervorragende Flugplatz-Infrastruktur, in der Regel keine Landegebühren sowie eine große Auswahl von Charter-Flugzeugen motivieren jedes Jahr eine Vielzahl an europäischen Piloten, in den USA Stunden zu sammeln, fliegerisch neue Erfahrungen zu gewinnen bzw. einfach bei einer Rundreise den“ Fliegertraum zu leben“.


Ausbildung in USA bzw. Europa nach dem FAA System

Ist das amerikanische (FAA) System auch eine Alternative zum europäischen (EASA) System? 

Definitiv JA!!!

Die Flug-Ausbildung nach dem US / FAA-System ist deutlich praxisorientierter; der theoretische Teil ist sehr kompakt. 
Ein Beispiel: 

  • Die theoretische IFR- (Instrumentenflug) Ausbildung umfasst in Europa ca. 80 Stunden Unterricht bzw. SelfStudy-Zeit. Die Fragendatenbank für die Theorieprüfung umfasst ca. 5.000 (!) Fragen.
  • In den USA wird die Theorie als spannender Onlinekurs, z.B. von Sportys oder Cirrus vermittelt und je nach Wissen durch "Privatstunden" mit einem CFI (Certified Flight Instructor) vertieft. Die Fragendatenbank für IFR umfasst ca. 700 Fragen...

Viele "General Aviation Piloten", die häufig voll im Berufsleben stehen, überlegen daher ernsthaft, die FAA Ausbildung - im Vergleich zur sehr theorielastigen und v.a. teuren EASA Ausbildung - zu absolvieren. 

Professionelle Flugschulen in nahezu jedem Bundesstaat bieten eine praxisorientierte Ausbildung zum 

  • Private Pilot (single & multiengine)
  • Commercial Pilot (single & multiengine)
  • Instrument Rating 

Was viele EASA-Piloten nicht wissen: Auch in Europa ist eine Ausbildung nach dem US / FAA System möglich. Sämtliche Ausbildungsstunden durch einen FAA CFI / CFII werden in USA vollständig anerkannt. Lediglich die Theorieprüfung (Written Test) muss in USA absolviert werden; sogar die Praxisprüfung kann mit einem FAA DPE (Designated Pilot Examiner) in Europa abgelegt werden.  In der Praxis hat sich jedoch eine kombinierte Ausbildung (ca. 50% Vorbereitungs-Training in Europa mit Theorie & Fliegen sowie ca. 50% Training in einer Flugschule in USA + abschließende Prüfung) bewährt.


Darf man mit der US / FAA Lizenz dann in Europa fliegen?

Die Antwort ist: "Noch" JA. 

Allerdings hat die EASA die Regeln geändert: Ab 20. Juni 2022 läuft die "Duldung der third country Lizenzen" in Europa aus!

Das bedeutet, dass jeder Inhaber einer FAA Lizenz bis zu diesem Stichtag die Lizenz in eine EASA Lizenz umschreiben muss, sonst darf er grenzüberschreitend in Europa nicht mehr fliegen (z.B. auch nicht von Deutschland nach Österreich!).


Umschreibung der FAA in eine EASA Lizenz

Die EASA hat im Mai 2021 ein Dokument (Technical Implementation Procedures Licensing – TIP-L) veröffentlicht, dass diese Lizenz-Umschreibung regelt. Im Wesentlichen definiert TIP-L die einfache Umschreibung von Privatpilotenlizenzen PPL(A) samt Nachtflugberechtigung, Instrumentenflugberechtigung und Klassenberechtigungen SEP und MEP. Höherwertige Berechtigungen (z.B. CPL oder ATPL) bzw. Musterberechtigungen, TMG und SET können nicht umgeschrieben werden.


Umschreibung der FAA Private Pilot Lizenz in eine EASA PPL (A) Lizenz:

Eine vollwertige, gültige (current) FAA US "Private Pilot" Lizenz kann inzwischen relativ einfach in eine EASA Lizenz umgeschrieben werden:

  1. EU-Medical
  2. Offizieller Antrag (self-declaration) und Nachweis der Currency (z.B. Logbuchauszug)
    Falls die Currency nicht gegeben ist, kann das 24-monatige FlightReview auch bei FAA CFIs in Europa absolviert werden.
  3. Sprachkompetenz: Der Eintrag „english proficient“ in der US-Lizenz berechtigt zur Eintragung des „English Level 4“ in die EU FCL-Lizenz.
  4. Skill-Test mit einem EASA Flight Examiner FA(A). Dieser Test besteht aus zwei Teilen:
    - Demonstration of theoretical knowledge: Hierbei wird vorab das theoretische Wissen (analog zu FAA Oral Exam) auf Basis des PPL (A) mit dem Schwerpunkt Europa / EASA in den Fächern "Air Law and ATC Procedures" sowie "Communication" im Rahmen der praktischen Prüfung durch den Flugprüfer geprüft.
    - Skill test on the same class of airplane: Praktische Prüfung gem. EASA Vorgaben auf einem SEP (Single Engine Piston) oder MEP (Multi Engine Piston) Flugzeug. 


Umschreibung des FAA Instrument Rating in ein EASA CB-IR(A):

Ein FAA "Instrument Rating" kann auf folgende zwei Wege in ein EASA IR-Rating (CB-IR) umgeschrieben werden:

  • Variante A) Der FAA Lizenz-Inhaber hat bereits mind. 50 Stunden Flugzeit als PIC unter Instrument Flight Rules (IFR): Dann ist nur ein Oral-Exam (analog PPL) in den Fächern "Air Law", "Flight planning and monitoring" sowie "Communications" sowie ein IFR-Skill Test bei einem EASA Instrument Rating Examiner (IRE) erforderlich. 
    Anbei exemplarisch das Antragsformular der Austro Control. 
  • Variante B) Der FAA Lizenz-Inhaber hat < 50 Stunden IFR PIC: In diesem Fall muss eine EASA Theorieprüfung bei der zuständigen Luftfahrtbehörde in den Fächern "Air Law", "Flight planning and monitoring" sowie "Communications" absolviert werden. Danach erfolgt der IFR-Skill Test bei einem EASA Instrument Rating Examiner (IRE). Diese Variante bedeutet natürlich wieder einen erhöhten Lernaufwand. Allerdings sind die drei relevanten Fächer vom Fragenumfang relativ begrenzt (im Vergleich zu anderen Fächern wie EASA Meteorologie). 


Weitere Informationen

Weitere Informationen und detaillierte Infos zu TIP-L werden in der hervorragenden Präsentation "Foreign registered aircraft (v.a. N-reg), EASA licenses and operation, BASA" im Rahmen des Austro Control Season Openers 2022 von Hr. Georg Grienke erläutert.


 
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